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# Tägliche Arbeit

**Ziel:** Wiederkehrende Abläufe sicher zuordnen. Für Ihren ersten einzelnen An- und Verkauf verwenden Sie den [bebilderten Schnellstart](/differenzbesteuerung/work/quickstart.md). Die folgenden Abschnitte beschreiben zusätzliche Abläufe und deren Grenzen.

## Einkauf, Verkauf und Teilbelege

Prüfen Sie jeden Erwerb auf Herkunft, tatsächliche Warenbeschaffenheit, Nachweis und feste Zuordnung. Separate Exemplare benötigen separate Zeilen. Bei geänderten Warenangaben ist die Prüfbestätigung zu erneuern. Die gebuchten Angaben bleiben unabhängig von späteren Artikeländerungen erhalten.

Buchen Sie beim einfachsten Ablauf Zugang/Rechnung beziehungsweise Lieferung/Rechnung gemeinsam. Die App enthält auch getrennte Waren-/Finanzbelege; deren tatsächlicher Leistungszeitraum, einmalige Basis und spätere finanzielle Verknüpfung müssen zusammenpassen. Prüfen Sie den konkreten getrennten Ablauf mit Ihren Einstellungen zuerst in einer Sandbox. Teilbuchungen wählen vollständige Gegenstandszeilen aus. Bruchteile einer Ware sind damit nicht allgemein unterstützt.

## Kunden- und Lieferantenkorrekturen

Erstellen Sie eine vollständige Kundenretoure aus dem ursprünglichen Verkauf oder eine Lieferantenretoure aus dem Erwerbsnachweis. Behalten Sie ursprünglichen Gegenstand, Artikelanwendung und Serien-/Chargenidentität bei. Prüfen Sie den verbleibenden Betrag nach früheren Preisgutschriften. Bei offenen Rechnungen wird die Standardausgleichsreferenz gesetzt; bereits bezahlte Belege benötigen den tatsächlichen Erstattungs-/Verrechnungsablauf.

Für eine finanzielle Teil-/Preisgutschrift ohne Warenbewegung verwenden Sie den getrennten Ablauf: Kundengutschrift als Sachkontozeile aus dem Verkauf, Lieferantengutschrift als Standard-Artikelzuschlag auf den exakten Ursprungseinkauf. Erfassen Sie Betrag und Prüfungsreferenz und kontrollieren Sie die kumulierte Steuerkorrektur. Verwenden Sie keine physische Teilmenge als Ersatz für einen Preisnachlass.

Rein physische Rücknahmen vor späterer finanzieller Gutschrift sind eigene Abläufe. Für vollständig bezahlte Einzelverkäufe bleibt die Warenrücknahme von der späteren finanziellen Gutschrift getrennt. Bei der späteren Gutschrift muss eine tatsächliche vollständige Erstattung vorliegen und exakt mit dieser Gutschrift ausgeglichen werden. Bei einer nie bezahlten Rechnung bleibt das ursprüngliche Stornodatum maßgeblich. Die Gesamtdifferenz und teilweise bezahlte Ursprünge bleiben in diesem getrennten Rücknahmeablauf ausdrücklich gesperrt. Historische Zahlung und aufgehobener Ausgleich dürfen nicht als „nie bezahlt“ behandelt werden.

## Gesamtdifferenz und Jahreskorrekturen

1. Legen Sie unter **SOU Differenzbesteuerung Einrichtung → Aktionen → Kalenderjahreswahl** eine geprüfte Jahreswahl ab 2025 mit Abrechnungsnummernserie und Voranmeldungsfrequenz an. Prüfen Sie Vollständigkeit, Altbestand und Referenz und aktivieren Sie die Wahl. Die Konfiguration wird eingefroren.
2. Die aktive Jahreswahl erfasst geeignete Gegenstände bis einschließlich 750 EUR Einkaufspreis einheitlich. Höhere Einkaufspreise verbleiben im Einzelverfahren. Wählen Sie nicht einzelne Warengruppen willkürlich aus.
3. Buchen Sie Einkäufe und Verkäufe im Standard. Auch unverkaufte Einkäufe gehören in die Periodensammlung. Ein Gesamtverfahrensverkauf erfasst zunächst die Quelle, nicht schon die zusätzliche Margensteuer.
4. Buchen Sie **Periodenabrechnung buchen** nach Periodenende lückenlos ab der ersten Periode. Die Steuer folgt der positiven kumulierten Jahresdifferenz abzüglich bisheriger Jahresanpassungen. Negative Jahresdifferenzen werden nicht vorgetragen.
5. Buchen Sie nach der letzten Periode **Jahresabstimmung buchen**. Prüfen Sie Quellen und Sach-/MwSt.-Verknüpfung im unveränderlichen Abrechnungsnachweis.

Für verspätete Quellen verwenden Sie die ausdrücklich begründete Wiedereröffnung und rechnen alle betroffenen Folgeperioden erneut ab. Frühere Nachweise bleiben bestehen. Korrekturen eines abgeschlossenen Ursprungsjahrs verwenden getrennte spätere Nachweise und die tatsächlich geprüften Änderungs-/Erstattungszeiträume. Eine Wiedereröffnung öffnet keine staatliche Meldung oder BC-MwSt.-Periode automatisch.

## Bestand, Umlagerung und Zerlegung

Inländische Standardumlagerungen erhalten die ursprüngliche Erwerbsbasis über die tatsächlichen Artikelanwendungen. Prüfen Sie aktuellen Zugang, Transit und Verfolgung vor Folgeverkauf oder Rückgabe.

Verfahrenswechsel mit Altbestand benötigen **Altbestandsprüfung vorbereiten**, vollständige Vorschau, Prüfsumme, Referenz und ausdrückliche Bestätigung. Erfassen Sie endgültige Verluste nur bei tatsächlich belegtem Verlust über den vorgesehenen Standard-Lagerablauf. Eine falsche Verlustbuchung und späteres Wiederauffinden sind verschiedene Sachverhalte.

Eine dokumentierte Zerlegung verteilt im Einzelverfahren die steuerliche Einkaufsbasis und den Lagerwert getrennt und centgenau auf die Teile. Gesamtdifferenz und rekursive beliebige Zerlegung sind damit nicht allgemein freigegeben. Verwenden Sie die vollständige geprüfte Neuverteilung bei späteren Lieferantenpreisänderungen.

### Zerlegung und Einkaufspreisverteilung: Was ist zu dokumentieren?

Wenn Sie einen Gebrauchtgegenstand in wiederverwendbare Teile zerlegen, müssen die Einkaufspreise der einzelnen Teile sachgerecht geschätzt werden. Erläutern Sie die Schätzungsgrundlage in einer Anlage zur ursprünglichen Einkaufsrechnung und fügen Sie vorhandene ergänzende Belege bei. Das verlangt **UStAE 25a.1 Absatz 4a**. [BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/Umsatzsteuer-Anwendungserlass-aktuell.pdf?__blob=publicationFile).

1. Erfassen Sie vor dem Verkauf die einzelnen Teile, ihren Zustand und die erwarteten Verkaufserlöse.
2. Bewahren Sie die vollständige Schätzung mit Begründung und vorhandenen Belegen als Anlage zur Einkaufsrechnung auf. Tragen Sie die Referenz auf diesen Nachweis am Zerlegungsbeleg ein.
3. Prüfen Sie die Aufteilung. Die App verwendet die dokumentierten erwarteten Verkaufserlöse als Gewichte und verteilt den Einkaufspreis centgenau. Diese Berechnung ist **keine gesetzlich vorgeschriebene Formel**. Die Schätzung muss zum konkreten Gegenstand und zum Zustand der Teile passen.
4. Kontrollieren Sie, dass die Summe der Einkaufspreisanteile dem ursprünglichen Einkaufspreis entspricht. Steuerliche Einkaufsbasis und kaufmännischer Lagerwert werden getrennt verteilt.

### Beispiel: Gebrauchtfahrzeug und Motor

Ein Gebrauchtfahrzeug kostet **4.000,00 EUR**. Die erwarteten Verkaufserlöse aller wiederverwendbaren Teile betragen zusammen **8.000,00 EUR**, davon **3.000,00 EUR** für den Motor.

| Rechenschritt                              | Ergebnis     |
| ------------------------------------------ | ------------ |
| Anteil des Motors: 3.000 ÷ 8.000           | 37,5 %       |
| Zugeordneter Einkaufspreis: 4.000 × 37,5 % | 1.500,00 EUR |
| Tatsächlicher Motorverkauf                 | 2.800,00 EUR |
| Bruttodifferenz: 2.800 − 1.500             | 1.300,00 EUR |
| Enthaltene Umsatzsteuer: 1.300 × 19 ÷ 119  | 207,56 EUR   |

Der zugeteilte Einkaufspreis wird nicht nachträglich an einen abweichenden tatsächlichen Verkaufserlös angepasst. Eine spätere tatsächliche Lieferantenpreisänderung verwendet dagegen den dokumentierten Neuverteilungsprozess. Für Änderungen der Bemessungsgrundlage ist [§ 17 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__17.html) zu beachten; der Korrekturbeleg muss die tatsächliche Änderung und ihren Zeitpunkt nachweisen.

### Beispiel: Vier zusammen angekaufte alte Stühle

Ein Antiquitätenhändler kauft vier alte Stühle zusammen für **2.000,00 EUR**. Die Stühle bleiben eigenständige Gegenstände; es entsteht kein neues Erzeugnis. Die erwarteten Einzelverkaufserlöse und die Eignung jedes Stuhls werden gesondert dokumentiert.

Hier wird eine gemeinsam erworbene **Sachgesamtheit** auf einzelne Gegenstände aufgeteilt. Das ist von der Zerlegung eines Gegenstands in Bauteile zu unterscheiden; UStAE 25a.1 Absatz 12 behandelt die Einkaufspreiszuordnung bei Sachgesamtheiten. Die Branchenvorlage ersetzt die Prüfung jedes einzelnen Stuhls nicht. [BMF: Umsatzsteuer-Anwendungserlass](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/Umsatzsteuer-Anwendungserlass-aktuell.pdf?__blob=publicationFile).

> **Rahmen dieser Beispiele:** Alle Angaben sind synthetisch. Beide Beispiele verwenden das Einzelverfahren, Inland Deutschland, EUR und 19 % Umsatzsteuer auf die positive Marge. Zerlegungskosten, Rohschrott, neu hergestellte Erzeugnisse und das Gesamtverfahren sind nicht Teil dieser Beispiele. Die allgemeinen Regeln zur Differenzbesteuerung stehen in [§ 25a UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__25a.html).

## Warenbeurteilung und Ausgabe

Prüfen Sie die Herkunft des konkreten Gegenstands, die Warenklassifikation und den dokumentierten Lieferantennachweis. Ein Artikelkennzeichen, eine Branche oder die bloße Bezeichnung als Gebrauchtware ist keine Freigabe. Ungeklärte Auslands-, Spezialerwerbs- und Materialfälle benötigen eine gesonderte fachliche Beurteilung.

Verwenden Sie für den Kunden ausschließlich das geprüfte Rechnungs-/Gutschriftlayout oder den einzeln geprüften elektronischen Ausgabeweg. Der Hinweis richtet sich nach der Warenklassifikation. Interne Einkaufsbasis, Marge und Margensteuer dürfen nicht auf den Kundenbeleg gelangen. Der interne Geschäftsvorfallsnachweis bleibt intern.


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